Pille Danach bleibt in Deutschland rezeptpflichtig

levonelle

Vor einigen Tagen haben wir noch darüber berichtet, dass der Streit, ob die “Pille Danach” in Deutschland zukünftig rezeptpflichtig oder rezeptfrei sein sollte, am 27. März 2014 entschieden sein muss – sonst drohen Strafen durch die Europäische Union in Form von Bußgeldern. Die Bundesregierung hat sich gestern nun endlich entschieden: Die “Pille Danach” mit dem Wirkstoff Levonorgestrel wird in Deutschland auch weiterhin rezeptpflichtig bleiben. Welche Folgen das hat, erfahren Sie hier. 

Konsequenzen der Rezeptpflicht

Da der Wirkstoff Levonorgestrel nun auch weiterhin rezeptpflichtig bleibt, müssen Personen, die die “Pille Danach” haben möchten, auch weiterhin erst einen Arzt konsultieren, der nach einem ausführlichen Gespräch das Rezept für das Medikament aushändigt. Mit diesem Rezept kann man dann in der Apotheke die “Pille Danach” erwerben.

Dieser Weg ist relativ umständlich und besonders deswegen sehr riskant, da es bei der “Pille Danach” auf jede Stunde ankommt. Sie sollte möglichst schnell nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, sodass eine Schwangerschaft zeitnah verhindert werden kann. Wenn die “Pille Danach” erst mehrere Stunden nach dem Sex eingenommen wird, steigt die Chance auf eine Befruchtung signifikant an. Hier gilt: Je schneller sie eingenommen wird, desto höhere ist die Chance, dass die Befruchtung verhindert wird.

Die Partei “Die Linke” war deshalb für eine Rezeptfreiheit der “Pille Danach”, weil es ihnen um die Selbstbestimmung der Frau geht. Eine Frau sollte demnach jederzeit selbst entscheiden können, ob eine Befruchtung durchgeführt oder verhindert werden sollte.

Die konservativen Parteien hingegen fanden, dass die gesundheitlichen Risiken durch die Nebenwirkungen der “Pille Danach” zu hoch seien. Aber: Seit 1998 gab es lediglich zwei Fälle, bei der stärkere Nebenwirkungen durch die “Pille Danach” ausgelöst wurden. Genauer gesagt handelte es sich dabei um thromboembolische Ereignisse.

Die Zukunft

Bezüglich der “Pille Danach” wird man in den nächsten Jahren also auch in Deutschland einen Arzt aufsuchen müssen. Wer es sich etwas einfacher machen möchte, der kann die “Pille Danach” auch rezeptfrei über das Internet aus dem europäischen Ausland bestellen.

Hier ist die “Pille Danach” “quasi” rezeptfrei und kann problemlos nach Deutschland geliefert werden. Eine ärztliche Konsultierung gibt es hier in Form eines Fragebogens, der ausgefüllt werden muss. Ein Arzt kontrolliert diesen dann und entscheidet, ob die “Pille Danach” notwendig ist.

Dieses System nennt sich Ferndiagnose und ist gleichzusetzen mit einem Gespräch von Person zu Person beim Frauenarzt.

Übrigens: Der EU liegt bereits ein alternative Wirkstoff namens Ulipristalacetat vor, der ähnlich wie Levonorgestrel funktioniert. Ob dieser Wirkstoff rezeptfrei oder rezeptpflichtig sein wird, wird allerdings erst in einigen Monaten, vermutlich im Sommer 2014, entschieden.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation zu den verschiedenen Varianten der “Pille Danach” entwickelt.

Quelle

Die Originalmeldung von bundestag.de finden Sie übrigens unter diesem Link.

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