Aktuelle Studie: Antibabypille erhöht das Krebsrisiko nicht langfristig

Viele Frauen fürchten sich vor der Einnahme der Antibabypille, da diese angeblich das Krebswachstum fördere. Insbesondere das Brustkrebsrisiko werde durch hormonelle Verhütungsmittel massiv erhöht – das zumindest glauben viele Frauen.

Eine großangelegte Studie aus Schottland hat sich seit Ende der 1960er Jahre mit diesem Thema beschäftigt und ist in den letzten 30 bis 40 Jahren der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen hormonelle Verhütungsmittel tatsächlich auf das Krebsrisiko haben.

Die Ergebnisse wurden vor kurzem veröffentlicht – und wir möchten sie Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie die Studie ablief, welche Ergebnisse sie zutage förderte und wie diese zu dem bisherigen Wissensstand passen.

Wie verlief die Studie? Woher stammen die Daten?

Die Studie, die wir Ihnen hier vorstellen, wurde an der University of Aberdeen unter der Leitung von Lisa Iversen durchgeführt. Insgesamt wurden dabei die Daten von 46.022 Frauen aufgenommen, ausgewertet und bewertet. Unter diesen Frauen befanden sich sowohl Antibabypillen-Nutzerinnen, als auch Frauen, die ohne die Hilfe hormoneller Verhütungsmittel ausgekommen sind. Veröffentlicht wurde die Studie in der renommierten Fachzeitschrift The American Journal of Obstetrics and Gynecology.

Der Beginn der Studie war in den Jahren 1968 und 1969. Einige Frauen, die damals gestartet sind, haben ihre Daten kontinuierlich bis ins Jahr 2012 übermittelt. Auch die behandelnden Frauenärzte haben die Daten ihrer Patientinnen an das Forscherteam weitergeleitet. Zusätzlich entnahmen die Wissenschaftler Daten bezüglich eventuell auftretender Krebserkrankungen aus dem schottischen und englischen Zentralregister.

Welche Ergebnisse hat die Studie geliefert?

Die Studie hat gezeigt, dass selbst die kurzzeitige Einnahme der Antibabypille das Risiko, an Eierstockkrebs, Dickdarmkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken, selbst 30 Jahre später noch senken kann.

Während die Antibabypille eingenommen wird, steigt hingegen das Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs leicht an. Wenn die Pille wieder abgesetzt wird, senkt sich dieses Risiko innerhalb von fünf Jahren wieder auf ein normales Niveau.

Die Quintessenz der Studie lautet also: Für die Nutzerinnen der Antibabypille besteht grundsätzlich kein Langzeitrisiko in Bezug auf Krebserkrankungen. Das hormonelle Verhütungsmittel hat sowohl Vor- als auch Nachteile, weswegen die Forscher es gerne als „krebsneutral“ bezeichnen. Risiko und positive Effekte neutralisieren sich nämlich auf ein neutrales Niveau.

Wie sahen die bisherigen Erkenntnisse aus?

Die Krebsforschungsagentur IARC, die der Weltgesundheitsorganisation WHO angegliedert ist, kam im Jahr 2012 zu ganz ähnlichen Ergebnissen: So erhöhe sich während der Einnahme der Antibabypille das Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs, das Risiko für Dickdarmkrebs, Eierstockkrebs und einer Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut werde jedoch gesenkt.

Die Wissenschaftler sind sich außerdem sicher, dass andere Krebsarten von der Einnahme der Antibabypille nicht beeinflusst werden.

Grundsätzlich liefert die Studie aus Schottland also keine neuen Erkenntnisse, untermauert jedoch den bisherigen Wissensstand und gibt den Frauen, die die Antibabypille einnehmen, Sicherheit. Das Krebsrisiko während der Einnahmezeit sei vernachlässigbar, da die Vorteile der Antibabypille hier überwiegen.

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