Aktuelle Studie: Antibabypille senkt das Wohlbefinden der Patientin

Die Antibabypille stellt nicht nur eines der sichersten Verhütungsmittel unserer Zeit dar, sondern auch eines der weitverbreitetsten. Während in Deutschland rund sechs bis sieben Millionen Frauen regelmäßig zur Pille greifen, sind es im weltweiten Vergleich über 100 Millionen Frauen.

Trotz ihrer Sicherheit steht die Antibabypille jedoch immer wieder in der Kritik. Sie löse Depressionen aus, verändere das allgemeine Wohlbefinden, führe zu Thrombosen und habe auch ansonsten noch zahlreiche weitere negative Nebenwirkungen. Natürlich reagiert jede Frau anders auf das Verhütungsmittel. Viele Frauen bemerken beispielsweise gar keine Nebenwirkungen.

Eine aktuelle schwedische Studie hat sich auf den Zusammenhang zwischen der Einnahme der Antibabypille und der Veränderung des allgemeinen Wohlbefindens beschäftigt. Man wollte herausfinden, ob die Pille tatsächlich eine messbare Auswirkung auf die Stimmung der Frau habe.

Die Studie wurde am Karolinska-Institut in Stockholm durchgeführt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Fertility and Sterility„. Die wichtigsten Informationen über die Studie erhalten Sie im folgenden Artikel. 

Über die Studie und deren Durchführung

An der schwedischen Studie haben insgesamt 340 kerngesunde Probanden zwischen 18 und 35 Jahren teilgenommen. Alle Teilnehmerinnen waren Nichtraucher und haben einige Wochen vor Beginn der Studie keine hormonellen Verhütungsmittel mehr eingenommen.

Die Probanden wurden in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe erhielt über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg eine Antibabypille der zweiten Generation. Sie enthielt die beiden Hormone Levonorgestrel und Ethinylestradiol. Die andere Gruppe erhielt im Laufe dieses Zeitraumes lediglich ein Placebo, das keine Wirkstoffe enthielt.

Weder die Patientinnen noch die Ärzte wussten, welche Frau welches Präparat erhielt. Ihnen wurde deshalb empfohlen, beim Geschlechtsverkehr unbedingt zusätzlich Kondome zur Verhütung zu verwenden. Mit anderen hormonellen Verhütungsmitteln sollte natürlich ebenfalls nicht verhütet werden, da diese die Ergebnisse der Studie nichtig machen würden.

Zu Beginn und zum Ende der Studie mussten alle Teilnehmerinnen einen psychologischen Fragebogen bezüglich ihres Wohlbefindens ausfüllen. Zusätzlich war das Ausfüllen eines Fragebogens vonnöten, der sich auf Symptome und Anzeichen von Depressionen fokussiert hat.

Ergebnisse: Pille mindert das Wohlbefinden

Frauen, die die Antibabypille während der Studienzeit eingenommen haben, fühlten sich im Vergleich zu Frauen aus der Placebo-Gruppe deutlich schlechter. Sie beschrieben sich selbst als weniger schwungvoll, weniger energiegeladener und hatten weniger Kontrolle über ihre Emotionen und ihr Verhalten.

Die Unterschiede auf individueller Basis wurden von den Forschern als klein bis mittelgroß eingestuft. Anzeichen für Symptome einer Depression waren bei beiden Gruppen allerdings nicht gegeben. Die Antibabypille der zweiten Generation senkt demnach zwar das individuelle Wohlbefinden, zu Depressionen führt sie allerdings laut dieser Studie nicht.

Fazit: Antibabypille der zweiten Generation wirkt sich auf das Wohlbefinden aus

Die schwedische Studie hat gezeigt, dass sich die Antibabypille der zweiten Generation tatsächlich negativ auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann. Die Patientinnen fühlen sich insgesamt weniger energiegeladen, zeigen allerdings keinerlei Anzeichen für depressive Verstimmungen.

Hierbei ist anzumerken, dass die Studie keine Aussagekraft über die Wirkung der Pillen der dritten und vierten Generation hat. Um diesbezüglich eine Aussage treffen zu können, müsste die Studie anhand der anderen Pillen-Generationen wiederholt werden.

Nichtsdestotrotz ist das Thromboserisiko bei Pillen der zweiten Generation deutlich geringer als bei aktuellen Generationen. Viele Experten empfehlen daher – trotz einer Minderung des Wohlbefindens – eher die Antibabypillen der zweiten Generation.

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