Coitus interruptus: In den USA ein beliebtes Verhütungsmittel

Wer sich im Jahr 2016 vor Schwangerschaften schützen möchte, der hat die Qual der Wahl. Aktuell sind zahlreiche Verhütungsmittel auf dem Markt erhältlich, wobei viele eine Sicherheit von nahezu 100 Prozent versprechen. Darunter zählen beispielsweise das klassische Kondom, die Antibabypille oder auch die Kupferspirale.

Nichtsdestotrotz erfreut sich der Coitus interruptus insbesondere in den USA außerordentlicher Beliebtheit. Diese Form der Verhütung ist allerdings alles andere als sicher und wird von Experten nicht einmal als reguläre Verhütungsmethode akzeptiert.

Wir haben uns einmal näher mit dem Coitus interruptus beschäftigt, um herauszufinden, was genau in den Köpfen der Menschen vorgeht, die beim Thema Verhütung Russisch-Roulette spielen. Welche Vor- und Nachteile hat der Coitus interruptus zu bieten?

Was ist der Coitus interruptus?

Das Prinzip des Coitus interruptus ist recht einfach: Das Penis wird aus der Vagina herausgezogen, kurz bevor es zur Ejakulation kommt. Auf diese Weise wird ein Großteil der Spermien aus dem Verkehr gezogen.

Diese Form der Verhütung ist allerdings recht unsicher, da der Penis auch bereits vor der Ejakulation vereinzelte Spermien absondert, die in die Vagina gelangen und potenziell dazu in der Lage sind, die Eizelle der Frau zu befruchten.

Des Weiteren schaffen es viele Männer im Eifer des Gefechts nicht, ihren Penis rechtzeitig aus der Scheide herauszuziehen.

Die nackten Zahlen

In den USA haben bereits 60 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens schon einmal auf den Coitus interruptus als Verhütungsmittel vertraut. Ungefähr 3 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 44 Jahren vertrauen des Weiteren regelmäßig auf diese Verhütungsmethode.

Im Jahr 2014 wurde diesbezüglich eine Studie mit über 4.600 Frauen durchgeführt. Diese waren zwischen 18 und 39 Jahren alt. Das Ergebnis: Rund ein Drittel der Frauen hat im vergangenen Monat den Coitus interruptus als Verhütungsmittel eingesetzt – alarmierende Zahlen!

Nun stellt sich jedoch die Frage, wieso es nicht deutlich mehr ungewollt schwangere Frauen in den USA gibt. Die Antwort ist dabei recht einfach: Viele Frauen vertrauen dann doch nicht einzig und alleine auf den Coitus interruptus, sondern setzen zusätzlich eine Antibabypille, ein Kondom oder eine Spirale zur Verhütung ein.

Auch die „natürliche Familienplanung“ findet häufig Verwendung in Kombination mit dem Coitus interruptus. Bei dieser Art der Verhütung werden potenziell fruchtbare Tage berechnet. An diesen Tagen wird einfach auf Sex verzichtet. Heutzutage gibt es dafür zahlreiche Apps.

Was halten Experten von dieser Verhütungsmethode?

Die meisten Experten sind der Meinung, man könne den Coitus interruptus nicht einmal als richtige Verhütungsmethode bezeichnen. Es handle sich hierbei vielmehr um eine „unvernünftige Notlösung„, die funktionieren kann – aber nicht muss.

Des Weiteren bietet die „Rauszieh-Methode“ keinen Schutz vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Studien haben in der Vergangenheit ergeben, dass der Coitus interruptus einen Pearl-Index von 27 aufweist. Das heißt, dass statistisch gesehen insgesamt 27 von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg mithilfe des Coitus interruptus verhüten und dabei in einem durchschnittlichen Rahmen sexuell aktiv sind.

Auf diese Vorteile schwören Verfechter von Coitus interruptus

Die Gründe, weshalb Menschen beim Thema Verhütung auf den Coitus interruptus setzen, sind grundsätzlich immer dieselben:

  • Latexallergie
    Viele Menschen behaupten von sich, sie seien gegen Latex allergisch, welches häufig in Kondomen enthalten ist. Allerdings gibt es auf dem Markt genügend Sorten, die kein Latex enthalten. Wir halten diesen Grund daher einfach nur für eine Ausrede, um keine Kondome verwenden zu müssen.
  • Keine Lust auf künstliche Hormone
    Es gibt zahlreiche Frauen, die keine künstlichen Hormone einnehmen möchten. Sie fürchten Veränderungen ihres Körpers und möchten ihren Hormonhaushalt so natürlich wie möglich belassen. Dieses Argument können wir nachvollziehen.
  • Religiöse Einwände
    In den USA gibt es zahlreiche Bundesstaaten, in denen die Religion einen höheren Stellenwert einnimmt als beispielsweise hierzulande. Viele Menschen in diesen Gegenden sehen die Verwendung von Kondomen und Co als Mord an, weshalb sie ausschließlich auf natürliche Weise verhüten – beispielsweise mithilfe des Coitus interruptus oder der natürlichen Familienplanung.
  • Bequemlichkeit und Verfügbarkeit
    Der Coitus interruptus kommt komplett ohne Hilfsmittel aus, weshalb er kostenfrei ist und nicht erst im Vorfeld erworben werden muss. Er ist immer und überall verfügbar und kann immer durchgeführt werden.

Aufgrund der hier genannten Vorteile und der persönlichen (positiven) Erfahrungen sind Verfechter des Coitus interruptus der Meinung, ihre Verhütungsmethode solle als offizielles und sicheres Verhütungsmittel anerkannt werden.

Unsere Meinung

Wir sind der Meinung, dass es sich beim Coitus interruptus um eine äußerst unvernünftige und unsichere Methode zur Empfängnisverhütung handelt.

Natürlich kann diese Verhütungsmethode – mit etwas Glück – über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgreich sein, wer allerdings aktuell keine Kinder haben möchte, der sollte tunlichst auf den Coitus interruptus verzichten und stattdessen zu seriösen Verhütungsmitteln greifen. Beispiele hierfür sind das Kondom, die Antibabypille oder die Kupferspirale.

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