Dreimonatsspritze – Alternative zur klassischen Antibabypille?

Am Markt gibt es mittlerweile verschiedene Verhütungsmethoden, die sehr zuverlässig dafür sorgen, dass keine ungewollten Schwangerschaften eintreten. Neben dem Kondom ist nach wie vor die Antibabypille das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Aus verschiedenen Gründen stellt sich allerdings für nicht wenige Frauen die Frage, ob eine andere Verhütungsmethode eine gute oder sogar bessere Alternative zur Antibabypille, wie zum Beispiel Cilest, sein kann, nämlich die sogenannte Dreimonatsspritze. Wir möchten Sie im Folgenden mit dieser Verhütungsmethode vertraut machen und darauf eingehen, worum es sich bei der Dreimonatsspritze handelt, wie diese wirkt, welche Vor- und Nachteile das Verhütungsmittel hat und darüber hinaus werden wir Sie ebenfalls über mögliche Nebenwirkungen sowie Gegenanzeigen informieren.

Worum handelt es sich bei der Dreimonatsspritze?

Einen Hauptteil der Eigenschaften lässt sich bei der Dreimonatsspritze bereits aus dem Namen ableiten. Es handelt sich nämlich um eine sogenannte Langzeitverhütung, denn in diesem Fall soll eine einzige Spritze über einen Zeitraum von drei Monaten verhindern, dass die Frau schwanger werden kann. Man spricht daher auch von einer Methode zur Langzeitvergütung.

Allerdings besteht ein weiteres Merkmal darin, dass die Dreimonatsspritze in der Regel ausschließlich solche Frauen seitens der Mediziner empfohlen wird, die andere Verhütungsmethoden, insbesondere die Antibabypille, aus verschiedenen Gründen nicht vertragen.

Die Wirksamkeit der Dreimonatsspritze ist zwar im Grunde genauso hoch wie die der Antibabypille, aber auf der anderen Seite müssen die Patientinnen mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen rechnen. Mittels der Dreimonatsspritze gelangt das Hormon Gestagen (Progesteron) in den Organismus und sorgt dafür, dass für einen Zeitraum von etwa zwölf Wochen (drei Monate) ein Schutz vor ungewollten Schwangerschaften besteht.

Bei korrekter Anwendung hat die Dreimonatsspritze einen Wirkungsgrad von rund 99 Prozent.

Gespräch mit dem Arzt und eingehende Untersuchung sehr wichtig

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Dreimonatsspritze keineswegs um ein einfaches Verhütungsmittel, wie zum Beispiel das Kondom oder die Antibabypille, welches einfach „mal eben“ von der Frau genommen werden kann. Stattdessen raten Mediziner dringend dazu, zunächst einmal ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt zu führen, welches ebenfalls eine intensive körperliche Untersuchung beinhaltet. Vom Grundsatz her ist die Dreimonatsspritze nämlich ausschließlich für Frauen gedacht, welche die Antibabypille oder andere Verhütungsmittel nicht vertragen.

Daher wird der Mediziner zunächst einmal mit Ihnen besprechen, ob er die Anwendung der Dreimonatsspritze für sinnvoll erachtet bzw. ob diese aus seiner Sicht überhaupt notwendig ist, oder ob Sie auf die klassische Antibabypille zurückgreifen können.

Darüber hinaus wird bei der Untersuchung ebenfalls analysiert, ob keine Gesundheitsrisiken bestehen, die dazu führen würden, dass durch die Anwendung der Dreimonatsspritze gravierende gesundheitliche Nachteile zu befürchten sind.

Wichtig zu überprüfen ist darüber hinaus, ob nicht bereits eine Schwangerschaft besteht. In diesem Fall sollte die Dreimonatsspritze auf keinen Fall genutzt werden, denn dann wurde das ungeborene Kind voraussichtlich stark geschädigt werden.

Wichtig ist übrigens auch, dass die Gesundheitsprüfung durch den Arzt nicht nur vor der erstmaligen Gabe der Dreimonatsspritze durchgeführt wird, sondern eine weitere Untersuchung sollte nach Ablauf des ersten Dreimonatszyklus erfolgen. Dann kann der Arzt in Zusammenarbeit mit der Patientin festlegen, ob weitere Zeiträume von drei Monaten folgen können.

Wie kommt die Dreimonatsspritze zum Einsatz?

Die Dreimonatsspritze wird zunächst einmal entweder in den Oberarm oder in Ihr Gesäß injiziert. Im Idealfall findet die Injektion innerhalb der ersten fünf Zyklustage statt. Wichtig ist, dass die Dreimonatsspritze in einen Muskel an einer der erwähnten Körperstellen zur Anwendung kommt. Dadurch wird ein Progesterondepot verabreicht, aus dem anschließend über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten hinweg regelmäßig eine geringe Menge des Hormons ins Blut gelangt.

Über das Blut findet eine Weiterleitung zur Gebärmutter sowie in die Eierstöcke statt, sodass die Dreimonatsspritze im Prinzip genauso wie die Antibabypille verhindert, dass sich eine Eizelle einnisten kann.

Soll eine anschließende zweite, dritte und jede weitere Injektion erfolgen, ist es empfehlenswert, dass dies etwa zwei Wochen vor Ende der Dreimonatsfrist vorgenommen wird.

Wie wirkt die Dreimonatsspritze im Detail?

Die Dreimonatsspritze hilft bei der Verhütung

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Die Wirkungsbasis für die Dreimonatsspritze ist das Hormon Gestagen bzw. die Variante Progesteron. Durch dieses Hormon wird der Eisprung verhindert, nämlich dadurch, dass eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleims erfolgt. Dadurch wird dieser für Spermien undurchlässig. Die Dreimonatsspritze hat aber noch eine zweite Wirkungsweise, welche dazu führt, dass es sich tatsächlich um eine sehr sichere Behandlungsmethode mit einem Wirkungsgrad (bei korrekter Anwendung) von rund 99 Prozent handelt. Die zweite Wirkung besteht darin, dass ein unzureichender Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stattfindet, sodass sich ein Ei nicht einnisten könnte, selbst wenn zuvor eine Befruchtung stattgefunden hätte.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der Wirkungsgrad in Höhe von 99 Prozent abhängig von der Anwendung und vom Alter der jeweiligen Frau schwankt. Statistiken ergeben beispielsweise, dass der Wirkungsgrad ab dem dritten Jahr der Anwendung leicht auf rund 97 Prozent fällt.

Welche Vorteile hat die Dreimonatsspritze?

Ein Vorteil der Dreimonatsspritze besteht darin, dass es sich um eine wirkungsvolle Verhütungsmethode und vor allem geeignete Alternative für Frauen handelt, die andere Präparate nicht vertragen, die Östrogen beinhalten. Darüber hinaus besteht ein weiterer Vorteil der Dreimonatsspritze natürlich darin, dass die einmalige Gabe einen Wirkungszeitraum von drei Monaten abdeckt.

Daher ist die Dreimonatsspritze besonders gut für Frauen geeignet, die es in aller Regel nicht schaffen, die gewöhnliche Antibabypille wie vorgeschrieben regelmäßig zu nehmen. Gründe können zum Beispiel wechselnde Schichten oder auch häufige Reisen sein, die mit Zeitverschiebungen verbunden sind.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass nach Gabe der Dreimonatsspritze jederzeit spontaner Geschlechtsverkehr erfolgen kann, ohne dass die Frau jedes Mal daran denken muss, ob sie auch die Antibabypille genommen hat. Ebenfalls sehr gut geeignet ist die Spritze für Patientinnen, die dauerhaft unter Erkrankungen im Bereich Magen-Darm leiden. Im Gegensatz zur klassischen Antibabypille zeichnet sich die Dreimonatsspritze nämlich dadurch aus, dass deren Wirkung nicht durch Erbrechen negativ beeinflusst wird, wie es bei der Antibabypille der Fall ist.

In der Übersicht sind es demnach vor allem die folgenden Vorteile, durch die sich die Spritze auszeichnen kann:

  • Wirkungsdauer von drei Monaten
  • Einnahme kann nicht vergessen werden
  • Spontaner Sex jederzeit möglich
  • Kein Östrogen enthalten
  • Blutung wird mitunter abgeschwächt
  • Geringere Schmerzen während der Periode möglich
  • Reduzierung des Risikos von Gebärmutterkrebs

Welche Nachteile hat die Dreimonatsspritze?

Dass die Dreimonatsspritze nahezu ausschließlich Frauen empfohlen wird, die andere Verhütungsmethoden, insbesondere die klassische Antibabypille, nicht vertragen, hat durchaus Gründe.

Neben den zuvor erwähnten Vorteilen gibt es nämlich auch einige Nachteile, die in Verbindung mit der Dreimonatsspritze zu beachten sind. Ein Nachteil besteht beispielsweise darin, dass die einmal verabreichte Injektion nicht rückgängig gemacht werden kann. Mit der Dreimonatsspritze entscheiden Sie sich also definitiv dafür, für einen Zeitraum von drei Monaten nicht schwanger werden zu können. Dies ist durchaus ein gravierender Nachteil im Vergleich zur Antibabypille, denn bei dieser Verhütungsmethode können Sie im Prinzip jeden Tag neu entscheiden, ob Sie den Schutz aufrecht erhalten möchten oder nicht.

Der zweite große Nachteil besteht bei der Dreimonatsspritze in den möglichen Nebenwirkungen, die ebenfalls für einen Zeitraum von drei Monaten nicht mehr beeinflusst werden können. Während Sie die Antibabypille jederzeit bei auftretenden Nebenwirkungen absetzen können, müssen Sie tatsächlich bei der Dreimonatsspritze – falls Nebenwirkungen auftreten – eventuell für einen Zeitraum von zwölf Wochen mit diesen unerwünschten Nebenwirkungen leben.

Ebenfalls als Nachteil ist anzuführen, dass es auch nach Ablauf der drei Monate noch etwas dauern kann, bis Sie wieder schwanger werden können. Meistens handelt es sich dabei um einen Zeitraum von zwei Monaten, bis die vollständige Fruchtbarkeit wieder vorhanden ist. In ungünstigen Fällen kann es allerdings auch schon einmal bis zu zwölf Monaten dauern, bis die Fruchtbarkeit wieder vollständig intakt ist.

Welche Nebenwirkungen kann die Spritze verursachen?

Wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es einige Nebenwirkungen, die nach Injektion der Dreimonatsspritze auftreten können. Diese werden insbesondere deshalb verursacht, weil die Spritze natürlich mit den abgegebenen Hormonen in den Hormonhaushalt eingreift. Falls Nebenwirkungen auftreten, was natürlich keinesfalls zwangsläufig der Fall sein muss, ist dies insbesondere in den ersten zwei bis drei Wochen der Fall, denn dann ist eine höhere Dosis dem Körper zugeführt worden.

Zu den möglichen Nebenwirkungen, die aufgrund der Dreimonatsspritze auftreten können, gehören insbesondere:

  • Unregelmäßige Periode in der Folge
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Spannungsgefühle in der Brust
  • Libidoverlust
  • Leberfunktionsstörungen
  • Einlagerung von Flüssigkeiten
  • Akne
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhtes Risiko von Osteoporose (bei längerer Nutzung)
  • Allergische Reaktion

Insgesamt betrachtet können diese Nebenwirkungen zwar auftreten, aber selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Frauen, bei denen keine unerwünschten Nebenwirkungen der Spritze zu beobachten sind.

Darüber hinaus sind die Nebenwirkungen nicht gravierend stärker als bei der Antibabypille, sodass die Dreimonatsspritze im direkten Vergleich mit der Antibabypille kein nennenswert höheres Risiko hat, an Gesundheitsschäden durch die Injektion zu leiden.

Welche Gegenanzeigen müssen beachtet werden?

Für nicht wenige Frauen kann die Dreimonatsspritze eine echte Alternative zur Antibabypille sein, allerdings ist diese Form der Vergütung nicht für jede Frau geeignet. Wie bei nahezu jedem Medikament, so gibt es auch bei der Dreimonatsspritze einige Gegenanzeigen. Sollte eine dieser der folgenden Gegenanzeigen auf Sie zutreffen, dürfen Sie dieses Verhütungsmittel in der Regel nicht nutzen, allenfalls nach ausdrücklicher Erlaubnis durch ihren Arzt:

  • Schwangerschaft bereits eingetreten
  • Geburt hat innerhalb der letzten sechs Wochen stattgefunden
  • Es bestehen Zwischenblutungen
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall innerhalb der letzten Monate
  • Brustkrebs
  • Hypertonie
  • Diabetes
  • Lebererkrankung
  • Blutgerinnsel

Fazit zur Dreimonatsspritze

Grundsätzlich handelt es sich bei der Dreimonatsspritze um eines von zahlreichen hormonellen Verhütungsmitteln, mit denen Frauen eine Schwangerschaft verhindern können. Der Wirkungsgrad der Spritze ist mit rund 99 Prozent sehr hoch und steht der Antibabypille in nichts nach. Gleiches gilt für die Nebenwirkungen, die relativ ähnlich sind und auftreten können. Der gravierender Vorteil besteht bei der Dreimonatsspritze darin, dass die Schwangerschaftsverhütung über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten erfolgt, wobei nur eine einzige Gabe der Spitze notwendig ist.

So können Sie beispielsweise dem Risiko aus dem Weg gehen, dass Sie einmal vergessen, die Antibabypille zu nehmen.

Auf der anderen Seite können Sie den einmal eingeleiteten Vorgang eine nicht rückgängig machen, sodass Sie tatsächlich nicht nur für die nächsten zwölf Wochen nicht schwanger werden können, sondern auch mit eventuell auftretenden Nebenwirkungen über diesen gesamten Zeitraum leben müssen.

Daher wird die Spritze auch nur Frauen empfohlen, die vor allem mit der Antibabypille aufgrund des Östrogengehalts oder aus anderen Gründen nicht zurechtkommen.

Bildquelle: #66528371 – © mark_d – Fotolia.com

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