Diese Effekte hat Verliebtheit auf Körper und Seele

Wer dieser Tage vor die Tür geht, der erlebt den Frühling in seiner schönsten Blütezeit: Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen und auch unsere Wildtiere wagen sich wieder aus ihren Verstecken heraus. Für die meisten Menschen ist diese Jahreszeit der perfekte Zeitpunkt, um sich zu verlieben – nicht ohne Grund spricht man schließlich von „Frühlingsgefühlen“.

Verliebtheit wirkt sich dabei nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper aus. Die Herzfrequenz erhöht sich und man hat nur noch den Partner oder die Partnerin im Kopf. Doch wie genau funktioniert das System Liebe überhaupt? Zu welchen Vorgängen kommt es dabei im Organismus? Was sollte man ansonsten über Liebe und Verliebtheit wissen? Wir sind der Frage für Sie auf den Grund gegangen.

Hormone steuern unser Verhalten

Grundsätzlich spielen bei der rosaroten Brille vier verschiedene Arten von Hormonen eine wichtige Rolle, die unser Verhalten maßgeblich beeinflussen: Die Sexualhormone, die Stresshormone, die Glückshormone und die Kuschelhormone.

Bei den Sexualhormonen handelt es sich um Östrogen und Testosteron, welche unser grundsätzliches Verhalten steuern. Mit einem erhöhten Testosteronspiegel wird man beispielsweise wagemutiger. Die beiden Hormone steuern außerdem unsere Libido, also unser Verlangen nach Sex.

In der Phase der ersten Verliebtheit schüttet der Körper außerdem große Mengen an Adrenalin aus, wobei es sich hierbei eigentlich um ein Stresshormon handelt. Adrenalin führt bei verliebten Paaren zu dem typischen Herzklopfen (= Herzrasen), das man beispielsweise dann bekommt, wenn man den Partner oder die Partnerin sieht.

Des Weiteren spielen Glückshormone wie Dopamin und Serotonin eine wichtige Rolle bei Verliebten. Man hat beispielsweise herausgefunden, dass Verliebte im Durchschnitt einen relativ geringen Serotonin-Spiegel aufweisen. Diese Erkenntnis erklärt die häufigen Stimmungsschwankungen bei frisch verliebten Personen. Wenn sie den Partner oder die Partnerin sehen, geraten sie in eine Hoch-Phase, wohingegen sie in ein tiefes Loch fallen, wenn der oder die Geliebte gerade einmal nicht da ist. Diese Zustand weist in vielen Fällen sogar Parallelen zu waschechten Depressionen auf.

Nach einigen Monaten, wenn die stürmische Verliebtheit etwas abgeflaut ist, kommt es vermehrt zur Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin. Dieses fördert die Treue, vertieft die Beziehung und sorgt dafür, dass man sich langsam aber sicher Gedanken über den Nestbau macht.

Liebe so schlimm wie Heroin?

Wie wir bereits erwähnt haben, sinkt der Serotonin-Spiegel bei Verliebten häufig ab. Er erhöht sich nur dann, wenn wir unsere große Liebe wieder zu Gesicht bekommen – ähnlich wie es bei Heroin oder anderen Drogen der Fall ist.

Bei Drogen wird ein hoher Serotonin-Spiegel – also eine Phase der großen Zufriedenheit – nur dann erreicht, wenn die Droge konsumiert wird, auf die das Gehirn konditioniert ist. Von Zeit zu Zeit werden immer höhere Dosen erforderlich, um das Gehirn zufrieden zu stellen – ein gefährlicher Teufelskreis. Ganz so schlimm und gesundheitsgefährdend ist es bei der Liebe natürlich nicht.

Dennoch sind die Folgen für die betroffene Person bei Liebe und bei Drogen in etwa dieselben: Sie vernachlässigt das soziale Umfeld und ist immer auf der Suche nach der „nächsten Dosis“. Es ist daher auch für Verliebte wichtig, das sonstige soziale Umfeld nicht gänzlich zu ignorieren – auch, wenn es schwer fällt.

Ähnlich wie beim Heroin die Spritze, funktioniert übrigens bei Verliebten das Küssen. Es baut Stress ab und stärkt sogar das Immunsystem. Beim heftigen Küssen können außerdem zahlreiche Kalorien verbrannt werden, da beim Küssen im Gesicht eine Vielzahl an Muskeln tätig werden müssen.

Gebrochenes Herz kann zu Herzinfarkt führen

Wie Sie sehen können, verankert sich das Gefühl der Verliebtheit tief in unserem Organismus und in unserer Seele. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein gebrochenes Herz sogar zum Herzinfarkt führen kann. Man spricht dabei von einem sogenannten „broken heart syndrome“.

Ein Herzinfarkt stellt natürlich lediglich einen sehr seltenen Ausnahmefall dar. Stattdessen kommt es normalerweise „nur“ zu Schlafstörungen, innerer Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit und Bauchschmerzen, wenn es zu Probleme mit dem Liebsten oder der Liebsten kommt.

Verantwortlich für diese Effekte ist wieder einmal ein Hormon – namentlich das Stresshormon Adrenalin.

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