Frau mit zweiter Vagina wird trotz Verhütung schwanger

Das Oberlandesgericht Hamm hatte in den letzten sechs Jahren mit einem außergewöhnlichen Fall zu tun, bei dem eine Frau trotz ordentlich eingesetztem Verhütungsmittel schwanger geworden ist. Sie verklagte daraufhin den Gynäkologen und forderte von ihm Unterhalt für das Kind.

Doch wieso hat das Verhütungsmittel nicht funktioniert? Die Antwort kam erst bei näheren Untersuchungen ans Tageslicht: Die Frau hatte nicht nur eine Vagina, sondern zwei Vaginas und auch zwei Gebärmütter. Zur Verhütung wurde eine Spirale eingesetzt, die natürlich nur in einer Vagina ihre Wirkung entfaltet hat.

Wie hat das Oberlandesgericht Hamm in diesem äußerst exotischen Fall entschieden? Musste der Gynäkologe Unterhalt zahlen oder wurde er für unschuldig befunden? 

Das Ergebnis des jahrelangen Rechtsstreits

Das Oberlandesgericht Hamm hat sich dafür entschieden, dass der Gynäkologe nicht für die ungewollte Schwangerschaft verantwortlich gemacht werden könne. Die Frau befand sich auch zuvor über viele Jahre hinweg in frauenärztlicher Behandlung und niemals wurde ein Indiz dafür gefunden, dass der Genitaltrakt doppelt vorhanden ist.

In erster Instanz hat die Frau jedoch noch Recht zugesprochen bekommen. Der Gynäkologe ging daraufhin in Berufung und wurde schuldfrei gesprochen. Der Grund: Selbst der Sachverständige hat die zweite Vagina nur mit Mühe und Not gefunden, obwohl er wusste, wonach er suchen musste. Demnach konnte man also auch dem Gynäkologen keinen Vorwurf machen, der nicht standardmäßig nach solchen Fehlbildungen sucht.

Die Wahl des richtigen Verhütungsmittel ist wichtig

Frauen, die wissen, dass sie unter eine solchen Fehlbildung leiden, müssen darauf achten, die passenden Verhütungsmittel einzusetzen. Sinnvoll wäre an dieser Stelle beispielsweise ein Kondom oder ein hormonelles Verhütungsmittel, das im gesamten Körper wirkt.

Wie entstehen zwei Vaginas in einem Körper?

Die Entstehung von zwei Vaginas und zwei Gebärmüttern kann auf die Embryonalentwicklung zurückgeführt werden. Während dieser frühen Entwicklungsphase verschmelzen die sogenannten Müller-Gänge miteinander, sodass lediglich eine Vagina und ein Uterus am Ende herauskommen. Wenn die Müller-Gänge allerdings nicht miteinander verschmelzen, was nur extrem selten vorkommt, entstehen die beiden Organe in doppelter Ausführung.

Natürlich entstehen die beiden Vaginas nicht in gleicher Größe, sonst wäre die Entdeckung naheliegend. Eine der beiden Vaginas ist meist recht klein und unauffällig, sodass sie selbst von Gynäkologen oft nicht entdeckt wird.

Trotz ihrer geringen Größe sind Zweitvagina und Zweituterus natürlich auch dazu imstande, befruchtet zu werden und Kinder zur Welt zu bringen.

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