Bevölkerungswachstum: Die Geburtenrate in Deutschland steigt wieder

Vergangenen Montag hat das Statistische Bundesamt aktuelle Zahlen zum Bevölkerungswachstum in Deutschland herausgegeben. In diesem Bericht heißt es, dass eine deutsche Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,5 Kinder zur Welt bringt – Stand 2015.

Deutschland liegt damit im europaweiten Vergleich knapp unter dem Durchschnitt von 1,58 Kindern. Aber dennoch: Die Geburtenziffer ist aktuell so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2009 lag der Durchschnitt beispielsweise nur bei 1,36 Kindern pro Frau. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Trend vorerst halten wird.

Wie unsere Nachbarländer beim Vergleich abgeschnitten haben, wieso Frauen in Deutschland statistisch gesehen relativ wenige Kinder zur Welt bringen und wie der Anstieg der Geburtenrate zu erklären ist, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Wie haben andere europäische Länder abgeschnitten?

Die drei Spitzenreiter in Sachen Kindern sind in Europa Frankreich mit 1,96 Kindern pro Frau, Irland mit 1,92 Kindern und Schweden mit 1,85 Kindern.

Auf den letzten drei Plätzen liegen Portugal mit 1,31 Kindern, Polen mit 1,32 Kindern und Zypern mit ebenfalls 1,32 Kindern pro Frau.

Experten gingen davon aus, dass die Frauen in stark katholisch geprägten Ländern tendenziell mehr Kinder zur Welt bringen würden. Der Vergleich zwischen Irland und Polen zeigt jedoch, dass dies nicht stimmt und man aus der religiösen Einstellung eines Landes keine generellen Schlüsse ziehen kann.

Was sagt die Geburtenziffer aus?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Geburtenziffer um einen rein statistischen Wert. Dabei geht man von der Geburtenrate innerhalb eines Jahres aus, die von Frauen von 15 bis 49 Jahren bestimmt wird. Diese Werte werden als Basis genommen und auf alle Frauen des Landes hochgerechnet.

Wie erklärt man sich die niedrigen Werte in Deutschland?

In Deutschland gelten zwei Kinder als ideale Anzahl. Die meisten Eltern wünschen sich dabei, dass ein Kind ein Junge und ein Kind ein Mädchen wird. In Ländern mit einer höheren Geburtenrate gelten meistens drei Kinder als ideale Zahl an Nachkommen.

Des Weiteren müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen arbeiten – sowohl der Mann, als auch die Frau. Auch möchten immer mehr Frauen in Deutschland Karriere machen. So bleibt der Nachwuchs fast zwangsläufig auf der Strecke.

Warum steigt die Geburtenrate in Deutschland aktuell?

Die Experten des Statistischen Bundesamtes erklären sich die Zahlen so, dass Akademikerinnen aufgrund der staatlichen Familienpolitik wieder mehr Kinder bekommen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt dabei eine immens wichtige Rolle.

Außerdem kommen immer mehr Zuwanderer nach Deutschland, die größtenteils deutlich mehr Kinder zur Welt bringen. Auch so wird die Statistik nach oben gedrückt.

Wie sähen die idealen Werte aus?

Idealerweise sollte jede deutsche Frau im Laufe ihres Lebens 2,1 Kinder zur Welt bringen, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen. Eine solche Zahl ist notwendig, da es immer mehr ältere Menschen, aber immer weniger junge, gebärfähige Frauen gibt.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Spiegel Online.

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