Horrorszenario geplatztes Kondom – Was kann man(n) jetzt noch tun?

Nach wie vor gehört das Kondom sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. Auf dem sogenannten Pearl-Index, die etwas darüber aussagt, wie sicher ein Verhütungsmittel ist, wird das Kondom zwar mit 2 -12 bewertet. Allerdings bezieht sich diese Bewertung ausschließlich auf korrekt verwendete Kondome.

Ein großes Problem bei diesem Verhütungsmittel besteht allerdings darin, dass es eben nicht selten so verwendet wird, dass man nicht von einer korrekten Anwendung sprechen kann. Dies ist eine mögliche Ursache dafür, dass ein Kondom platzen kann. Darüber hinaus gibt es natürlich auch minderwertige Produkte, welche die Gefahr deutlich erhöhen, schon bei etwas größerer Beanspruchung zu platzen oder zu reißen.

In solchen Fällen stellt sich für das betroffene Paar die bange Frage, ob es anschließend überhaupt noch möglich ist, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Kann man überhaupt noch etwas tun, wenn es darum geht, ein geplatztes Kondom und dessen mögliche Folgen zu „entschärfen“?

Präventivmaßnahmen bei der Anwendung von Kondomen

Es gibt durchaus einige Maßnahmen, die Sie vor dem Geschlechtsverkehr und der Anwendung des Kondoms ergreifen können, damit die Gefahr geplatztes Kondom möglichst gering gehalten wird. Ein erster Schritt besteht darin, dass Sie überprüfen, ob die in der Packung befindlichen Kondome das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bereits überschritten haben.

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Falls Sie regelmäßigen Geschlechtsverkehr haben, wird dies voraussichtlich selten der Fall sein. Aber dennoch ist ein kurzer Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig, denn es kann durchaus sein, dass das Material nach Ablauf bereits spröde wird, sodass die Kondome leichter platzen können. Eine weitere wichtige Maßnahme besteht darin, dass Sie die für Sie richtige Größe wählen.

Insbesondere wenn Sie sich für eine zu kleine Sorte entscheiden, erhöht dies natürlich die Gefahr, dass das Kondom bei der Nutzung reißen kann oder Sie ein geplatztes Kondom in Händen halten. Aber auch ein für Sie zu kleines Kondom beinhaltet Risiken, nämlich insbesondere, dass es beim Verkehr ungewollt abgestreift wird und daher nicht den gewünschten Schutz bieten kann.

Eine weitere Maßnahmen, die ebenfalls dazu in der Lage ist, das Risiko von platzenden Kondomen zu verringern, besteht darin, den Packungsinhalt auf äußere Schäden zu untersuchen.

Zudem sollten Sie die Kondome möglichst geschützt vor Licht und Hitze aufgbewahren, denn dann können die Latex-Produkte leicht rissig werden. Verzichten Sie darüber hinaus beim Öffnen der jeweiligen Verpackung darauf, spitze Gegenstände zu verwenden, wie zum Beispiel ein Messer oder eine Schere.

Die vorherigen Maßnahmen möchten wir Ihnen noch einmal übersichtlich aufgelistet zusammenfassen, denn sie können in der Summe viel dazu beitragen, die Gefahr eines später platzendes Kondoms zu verringern:

  • Auf Haltbarkeitsdatum der Kondome achten
  • richtige Größe wählen
  • Packungsinhalt auf Schäden untersuchen
  • Kondome vor Licht und Hitze geschützt aufbewahren
  • beim Öffnen keine spitzen Gegenstände verwenden

Richtige Anwendung ist ebenfalls von großer Bedeutung

Geplatztes Kondom muss keine Schwangerschaft bedeuten

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Neben den zuvor genannten Vorsichtsmaßnahmen spielt natürlich auch die korrekte Anwendung der Kondome eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, das Risiko eines Platzens oder einer sonstigen Beschädigung des Kondoms während des Geschlechtsverkehrs zu verringern. Wichtig ist zum Beispiel, dass Sie das Kondom ausschließlich auf einen erigierten Penis überstreifen.

Dazu gehört übrigens auch, dass das Kondom richtig herum aufgesetzt wird, was leider selbst heutzutage bei guter sexuelle Aufklärung nicht selbstverständlich ist. Am besten drücken Sie das Reservoir des Kondoms, in dem später das Sperma aufgefangen werden soll, mit zwei Fingern zusammen, damit dies beim Aufsetzen nicht beschädigt wird und sich keine Luft ansammeln kann.

Insbesondere zurückgebliebene Luft kann nämlich die Gefahr erhöhen, dass das Kondom später reißt. Mit diesem Griff setzen Sie das Kondom auf den Penis und rollen dies mit der anderen Hand langsam bis zum Schaft ab. Wenn Sie diese Anwendung vornehmen, können Sie relativ sicher sein, zumindest in diesem Punkt kein erhöhtes Risiko zu haben, dass Sie ein geplatztes Kondom haben.

Geplatztes Kondom – und jetzt?

Sollte das Kondom beim Geschlechtsverkehr trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und richtiger Handhabung dennoch geplatzt sein, geraten die betroffenen Sexualpartner oftmals zunächst in Panik. Dies ist jedoch der völlig falsche Weg, zumal es beim rechtzeitigen Entdecken des Fehlers problemlos möglich ist, eine ungewollte Schwangerschaft dennoch zu verhindern.

Oberstes Gebot ist allerdings zunächst einmal, dass Sie möglichst nach jedem Geschlechtsverkehr kontrollieren, ob das abgegebene Sperma sich tatsächlich im vorgesehenen Reservoir des Kondoms befindet.

Ist dies nicht der Fall, stellt dies bereits ein deutliches Alarmzeichen dar. Stellen Sie dann noch fest, dass das Kondom tatsächlich gerissen oder geplatzt ist, sollten Sie in Ruhe eine Lösung für das Problem finden. Dabei geht es allerdings keinesfalls nur darum, wie Sie auch im Nachhinein noch eine ungewollte Schwangerschaft verhindern können.

Mindestens genauso wichtig ist es, dass ein geplatztes Kondom natürlich dazu führen kann, dass sich insbesondere die Frau mit einer Geschlechtskrankheit infiziert haben kann.

Vor allem die folgenden typischen Geschlechtskrankheiten sind es, die beispielsweise durch Sperma oder den ungeschützten Geschlechtsakt nach Reißen eines Kondoms übertragen werden können, sodass Sie in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt darauf achten sollten, ob Sie typische Symptome einer dieser Geschlechtskrankheiten zeigen:

  • Tripper
  • Syphilis
  • Chlamydien
  • HIV

Am schwierigsten zu diagnostizierten ist natürlich eine HIV-Ansteckung, denn Symptome treten oftmals erst viele Monate oder gar Jahre später auf.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, sollten Sie daher einige Wochen nach dem geplatzten Kondom einen HIV-Test machen lassen.

Pille danach schützt auch nach geplatzten Kondom noch

Kommen wir nun auf die Frage zurück, was Sie eigentlich tun können, wenn das Kondom beim Geschlechtsverkehr geplatzt ist und daher ungewollt Sperma in die Vagina der Frau eingedrungen ist. Das Lösungswort für ein geplatztes Kondom lautet: die sogenannte Pille danach.

Es handelt sich dabei um eine spezielle Antibabypille, die nicht im Vorfeld vor einer Schwangerschaft durch eine regelmäßige Einnahme schützen soll, sondern auch nach dem ungeschützten Verkehr noch bewirken kann, dass eine Schwangerschaft verhindert wird.

Die Wirkungsweise der Pille danach, die in aller Regel den Wirkstoff Levenorgestrel hat, besteht darin, den Eisprung zu verhindern. Das in der Pille verarbeitete Sexualhormon, das Gestagen, ist nämlich dazu in der Lage, ein bestimmtes Hormon zu hemmen, welches normalerweise den Eisprung auslöst. Neben dem Wirkstoff Levenorgestrel gibt es bei der Pille danach noch eine andere Variante, nämlich den Wirkstoff Ulipristal. Die Wirkung ist eine etwas andere, hat aber ebenfalls zum Ziel, eine Schwangerschaft trotz ungeschützten Verkehr im Nachhinein noch zu verhindern.

Pille danach sehr schnell nach dem Platzen des Kondoms nehmen

Von großer Bedeutung für eine möglichst hohe Erfolgswahrscheinlichkeit der Schwangerschaftsverhütung ist es, die Pille danach möglichst schnell nach dem ungeschützten Verkehr zu verwenden.

Je nach Art des Wirkstoffes reicht es allerdings in aller Regel aus, dass die Pille spätestens 72 bzw. bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird. Dennoch gilt auch hier: je eher, desto besser, denn so werden die Chancen auf eine erfolgreiche Wirkung erhöht. Probleme kann es eventuell geben, falls der Geschlechtsverkehr beispielsweise am frühen Freitagabend stattfand, denn Ärzte haben für gewöhnlich während des Wochenendes nicht geöffnet. Nach wie vor benötigen Sie jedoch ein Rezept für die Pille danach, sodass es in diesem Fall zeitlich etwas eng werden kann, wenn Sie dieses erst am kommenden Montag abholen können.

Aus diesem Grund ist es durchaus ratsam, dass Sie stets eine Pille danach als Notfallpille im Haus haben.

Dazu müssen Sie nicht unbedingt Ihren Arzt vor Ort konsultieren, sondern Sie können die Pille danach beispielsweise über  Online Kliniken auch per Online-Konsultation über das Internet anfordern, wobei auch dann ein gültiges Rezept online ausgestellt wird.

So sind Sie definitiv auf der sicheren Seite, sodass Sie nicht in Panik geraten müssen, falls das Kondom einmal beim Geschlechtsverkehr platzen sollte.

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