Kombinationspille (Mikropille)

Die meisten Antibabypillen, die heute erhältlich sind, zählen zu den sogenannten Kombinationspillen. Diese Art der Antibabypille gehört aufgrund ihres hohen Schwangerschaftsschutzes und der einfachen Einnahme zu den verbreitetsten und beliebtesten Verhütungsmethoden weltweit.

kombipilleAls Kombinationspräparate werden insgesamt Arzneimittel bezeichnet, die mehr als einen Wirkstoff enthalten. Kombinierte Antibabypillen setzen sich dabei aus zwei synthetischen Hormonen, also einem Östrogen und einem Gestagen, zusammen. Da auch die erste Pille, die in den 1960er Jahren auf den Markt kam, zwei Hormone enthielt, wird die Kombinationspille auch als klassische Antibabypille bezeichnet.

Kombinationspillen, die pro Tablette 50 μg (Mikrogramm) oder weniger Östrogen enthalten, werden außerdem Mikropillen genannt. Die heutzutage übliche Östrogendosis liegt bei etwa 20 bis 30 μg pro Dragee. Pillen mit einer höheren Dosierung spielen so gut wie keine Rolle mehr. Aus diesem Grund werden die zwei Begriffe Kombinationspille und Mikropille auch häufig als Synonyme genutzt.

Kombinierte Antibabypillen werden ferner in Einphasenpräparate und Mehrphasenpillen unterteilt. Neben der klassischen Kombinationspille gibt es außerdem auch noch die sogenannte Minipille, welche ausschließlich ein Östrogen enthält.

Welche Kombipillen gibt es?

Verfügbare Kombinationspillen:

Nicht verfügbar:
Aida | Aristelle | Belara | Bellissima | BonaDea | Brevinor | BiNovum | Biviol  | Ceida | Cilest | Chariva | ConceplanM | Damara | Daylette | Dienovel | Enriqa | Eve20 |  Evaluna | Georgette | Kleodina |  Leios | Leona | Lilia | Loestrin |  Femovan | Femikadin | Madinette | Maitalon | Marvelon | Mayra | Maxim | Milvane | Minette | Minisiston | Miranova | MonaHexal | Monostep | NeoEunim | NovaStep | Novial | Petibelle | Sibilla | Solera |  TriNovum | Trigoa | Triquilar | Trigoa | Trisiston | Valette | Velafee | Yara | Yasminelle | Yaz

Eine Übersicht aller Pillenarten erhalten Sie im Artikel „Welche Antibabypillen gibt es?“

Mikropille Wirkung – Wie funktioniert die Kombipille?

Mikropillen schützen aufgrund der Kombination von einem Gestagen und einem Östrogen sehr sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft. Das Zusammenwirken der zwei synthetischen Hormone löst diverse Mechanismen aus, die mehrfach vor einer Schwangerschaft schützen.

In erster Linie wird die Reifung der Eizelle durch das Gestagen verhindert. Dies gewährleistet auch einen regelmäßigen Zyklus. Außerdem wird auch der Eisprung (Ovulation) verhindert. Darüber hinaus kommt es zu einer Konsistenzveränderung des Zervixschleims und der Gebärmutterschleimhaut.

Als Zervixschleim wird das Sekret vom Gebärmutterhals bezeichnet. Durch die Einnahme einer Mikropille bzw. Kombinationspille verdickt sich dieses Sekret, sodass es die Spermien von einem Eindringen in die Gebärmutter abhält.

Doch selbst wenn es zu einer Eireifung und zu einem Eindringen einer Samenzelle kommen sollte, ist eine Schwangerschaft äußerst unwahrscheinlich. Durch die Einnahme wird nämlich auch die Schleimhaut der Gebärmutter so verändert, dass sich eine womöglich befruchtete Eizelle erst gar nicht einnisten kann.

Sicherheit der Mikropille – Wie sicher ist die Kombinationspille?

Kombinationspräparate bzw. Mikropillen weisen einen mehrfachen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und gleichzeitig auch ein vergleichsweise niedriges Risiko für Nebenwirkungen auf. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie zu den verbreitetsten hormonellen Verhütungsmethoden zählen.

Der sogenannte Pearl-Index von Mikropillen liegt bei 0,1 bis 0,9, was als sehr sicher einzustufen ist. Ein solcher Pearl-Index bedeutet, dass von 1000 Frauen, die die Mikropille einnehmen, etwa 1 bis 9 schwanger werden. Die hohen Schwankungen sind dabei auf eventuelle Einnahmefehler zurückzuführen.

Vorteile und Nachteile von Mikropillen bzw. Kombinationspillen

Kombinationspillen weisen einen sehr zuverlässigen Schwangerschaftsschutz auf und sind zudem unkompliziert in ihrer Einnahme. Minipillen müssen hingegen strikt nach Angaben eingenommen werden, finden dafür aber auch in speziellen Fällen wie der Stillzeit Anwendung.

Insgesamt eignet sich für jede Frau eine andere Antibabypille besser.

Mikropillen werden aufgrund ihrer Sicherheit und einfachen Einnahme deutlich öfter verschrieben, wohingegen Minipillen in speziellen Situationen vorteilhafter sein können.

Mikropille vs. Minipille – Unterschiede, Vorteile & Nachteile

Sowohl die Mikropille als auch die Minipille weisen diverse Vorteile und Nachteile auf. Die Minipille wird allerdings meistens nur dann verschrieben, wenn eine Frau aus medizinischen Gründen kein Östrogen einnehmen sollte. Dies ist beispielsweise bei einer Östrogenunverträglichkeit oder aber während der Stillzeit der Fall.

Minipillen weisen zwar vergleichsweise weniger Nebenwirkungen auf, dafür kann jedoch auch der Schwangerschaftsschutz leichter beeinträchtigt werden. Bei Minipillen beträgt das Zeitfenster, in dem eine vergessene Pille nach genommen werden kann, lediglich drei Stunden. Der Empfängnisschutz kann insgesamt sehr viel leichter durch eine unregelmäßige Einnahme eingeschränkt werden.

Wenn Sie hingegen die Einnahme einer Mikropille vergessen, so können Sie dies innerhalb von bis zu zwölf Stunden nachholen, ohne dass die Wirkung beeinträchtigt wird.

Außerdem können Kombinationspillen den Hormonspiegel stabilisieren und somit auch zur Behandlung von Zyklusstörungen eingesetzt werden.

Frauen, die die Minipille einnehmen, klagen darüber hinaus öfter über Zyklusstörungen wie zum Beispiel Schmier- und Zwischenblutungen. Die Kombinationspille kann hingegen zur Behandlung solcher Beschwerden eingesetzt werden.

Gerade mehrphasige Präparate imitieren den weiblichen Zyklus sehr naturgetreu und können daher auch Hormonschwankungen normalisieren.

Einphasenpräparate und Mehrphasenpillen – Was ist besser?

Kombinationspillen lassen sich in sogenannte Einphasenpillen und Mehrphasenpräparate unterteilen. Enthalten alle Tabletten einer Packung die gleiche Menge an Hormonen, so spricht man von einem Einphasenpräparat. Verändert sich die Hormonzusammensetzung hingegen je nach Einnahmewoche, wird dies als Mehrphasenpräparat bezeichnet.

Mehrphasenpillen ahmen den weiblichen Zyklus naturgetreuer nach, sind dafür aber auch etwas komplizierter in der Einnahme. Bei Einphasenpillen ist vor allem vorteilhaft, dass das Zeitfenster für das Vergessen einer Pille deutlich größer ist.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in folgenden Ratgebern:

  • Einphasenpräparate – gleiche Dosierung & einfache Einnahme
  • Mehrphasenpillen – Naturgetreuer Zyklus für erfahrene Anwenderinnen

Kombinationspille & Mikropille – Mögliche Nebenwirkungen

Wie auch alle anderen hormonellen Verhütungsmethoden, so kann die Mikropille Nebenwirkungen mit sich bringen. Hierbei ist insbesondere das erhöhte Thromboserisiko zu nennen, das jedoch alle hormonellen und oral aufzunehmenden Verhütungsmittel aufweisen.

Weitere typische Nebenwirkungen von Kombinationspillen bzw. Mikropillen sind unter anderem Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Übelkeit oder Brustspannen. Aber auch Stimmungsschwankungen, eine Verminderung der Libido oder eine Gewichtszunahme können manchmal auftreten.

Heutzutage enthalten Kombinationspillen jedoch eine sehr geringe Östrogenmenge, sodass auch das Risiko von Nebenwirkungen deutlich gesunken ist. Oft handelt es sich bei den unerwünschten Begleitsymptomen außerdem um lediglich vorübergehende Symptome.

Dies ist dadurch zu erklären, dass der Organismus sich erst an die Hormonveränderungen gewöhnen muss.

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