Künstliche Befruchtung: Nährmedien spielen eine wichtige Rolle

Die künstliche Befruchtung stellt eine Alternative für Paare dar, bei denen die natürliche Zeugung eines Kindes – aus welchen Gründen auch immer – nicht funktioniert. Die befruchtete Eizelle wird dabei für einige Tage in ein Nährmedium verfrachtet bis aus ihr eine Blastozyste entstanden ist, die der Mutter für das weitere Wachstum wieder eingepflanzt werden kann.

Bei der künstlichen Befruchtung spielen nicht nur die Gene der Eltern eine wichtige Rolle für die spätere Gesundheit des Kindes, sondern laut einer aktuellen Studie auch das Nährmedium, in dem die befruchtete Eizelle aufgezogen wurde.

Die Studie hat gezeigt, dass die Qualität des Nährmediums eine Rolle für die spätere gesundheitliche Verfassung des Kindes spielen kann. Das Problem: Die Hersteller halten ihre Rezepturen geheim, sodass die Forscher keine Ursachenforschung betreiben können.

Was sind Nährmedien? Wie funktionieren diese?

Grundsätzlich simuliert ein Nährmedium lediglich die Gegebenheiten des Mutterleibes. Moderne Nährmedien enthalten über 80 verschieden Inhaltsstoffe – darunter auch Hormone -, die das Wachstum der befruchteten Eizelle erleichtern und fördern sollen.

Nachdem der Reproduktionsmediziner die Eizelle der Frau und die Spermien des Mannes miteinander verschmolzen hat, legt er diese in das Nährmedium. Hier wächst und gedeiht die Eizelle zwei bis fünf Tage und betreibt Mitose – also Zellteilung -, um zu wachsen.

Früher oder später ist dabei eine Blastozyste entstanden. Hierbei handelt es sich um das nächste Entwicklungsstadium nach der befruchteten Eizelle. Diese Blastozyste wird der Mutter wieder eingesetzt, sodass diese im Mutterleib nun so wachsen kann, wie die Natur es ursprünglich vorgesehen hat.

Über die Studie

Die Studie wurde an der Universität von Amsterdam unter der Leitung von Sebastiaan Mastenbroeck und seiner Kollegen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Human Reproduction veröffentlicht.

Ziel der Studie war herauszufinden, zu welchen Unterschieden es bei Kindern kommt, wenn diese durch künstliche Befruchtung entstehen. Zur Auswahl standen dabei die beiden Nährmedien „G-5“ und „HTF. Mögliche Parameter waren dabei das Gewicht des Neugeborenen, die Schwangerschaftsrate, der Geburtstermin usw.

Insgesamt haben 836 Paare an der Studie mitgewirkt, die letztendlich zu 383 Babys geführt haben. Das Nährmedium wurde dabei per Zufallsprinzip ausgewählt.

Das Ergebnis: Babys, die mithilfe des Nährmediums „G-5“ aufgezogen wurden, waren im Durchschnitt 158 Gramm leichter als die Neugeborenen, die per „HTF“ aufgezogen wurden. Dieser Wert liegt jedoch immer noch im Normalbereich. Des Weiteren kamen „G-5“-Babys im Schnitt früher zur Welt. Einen Vorteil hatte das Nährmedium jedoch: Die Schwangerschaftsraten bei „G-5“-Blastozysten war höher als bei „HTF“.

Forscher fordern Offenlegung der Rezepturen

Das Endergebnis und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Nährmedien lassen sich zwar ermitteln, jedoch können Wissenschaftler damit keine Ursachenforschung betreiben. Ohne die Rezeptur können diese lediglich im Trüben fischen.

Um die Gesundheit von Kindern zu fördern, die mithilfe von künstlicher Befruchtung das Licht der Welt erblicken, müssen die Inhaltsstoffe der Nährmedien unbedingt erforscht werden. Nur so kann die Rezeptur weiter verbessert werden.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation in naher Zukunft entwickeln wird. Dürfen die Hersteller ihr Geheimnis hüten, oder greift der Staat ein, sodass die Rezepturen offengelegt werden müssen?

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