Neue Erkenntnisse: Schützt die Antibabypille vor Krebs?

Die Antibabypille genießt hierzulande keinen besonders guten Ruf, obwohl sie eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt ist. Immer wieder liest man in den Medien davon, dass die Pille zu Thrombosen und Herzkrankheiten führen soll. Während das Verhütungsmittel von Millionen von Frauen ohne großartige Nebenwirkungen eingesetzt wird, so gibt es tatsächlich immer wieder ein paar Einzelfälle, die solche drastischen Nebenwirkungen erleiden.

Eine neue Studie zeigt allerdings die positive Seite der Nebenwirkungen. So soll die Antibabypille das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, beträchtlich senken. Insgesamt spricht man davon, dass die Antibabypille in den letzten 50 Jahren insgesamt weit über 400.000 Frauen davor bewahrt haben soll, an Krebs zu erkranken.

Der Vergleich mit den wenigen Einzelfällen, die an Thrombosen erkrankt sind, spricht klar für die Antibabypille. 

Über die aktuelle Metastudie

Eine Metastudie beruft sich auf die Daten von vorangegangenen Studien, sofern deren Daten für die Metastudie verwendet werden können. Es werden in einer Metastudie also normalerweise keine eigenen Daten erhoben.

Erschienen ist diese Metastudie in der Fachzeitschrift Lancet Oncology und hat insgesamt die Daten von 36 vergangene Studien analysiert und bewertet. Diese Daten haben insgesamt 27.276 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs in die Studie involviert und mit 115.743 gesunden Frauen verglichen.

Zu welchem Ergebnis kamen die Experten?

Die Ergebnisse der aktuellen Metastudie waren recht eindeutig. Sie haben gezeigt, dass die Antibabypille tatsächlich vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann – selbst im Nachhinein. Als Grundlage für die folgenden Ergebnisse dienen immer 1.000 Frauen, von denen eine bestimmte Anzahl vor ihrem 75. Geburtstag an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist.

  • Keine Antibabypille
    Wenn die Antibabypille das gesamte Leben über niemals eingenommen wird, so erwischt es durchschnittlich 23 von 1.000 Frauen.
  • Antibabypille für mindestens fünf Jahre
    Wenn die Antibabypille im gesamten Leben für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren eingenommen wurde, dann erkrankten lediglich 17 von 1.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.
  • Antibabypille für mindestens zehn Jahre
    Die Zahl der erkrankten Frauen sinkt noch einmal um die Anzahl vier, wenn die Antibabypille mindestens zehn Jahre lang eingenommen wurde. Lediglich 13 von 1.000 Frauen fielen dem Gebärmutterhalskrebs zum Opfer.

Aufgrund dieser Daten geht man davon aus, dass in den letzten 50 Jahren rund 400.000 Frauen durch die Antibabypille vor Gebärmutterhalskrebs bewahrt wurden.

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