Vergessener Tampon: Lebensgefährliche Blutvergiftung!

Tampons sind die besten Freunde von Frauen, die gerade unter der monatlichen Menstruationsblutung leiden. Die gepressten Wattebäusche saugen nämlich besonders viel Flüssigkeit auf, sodass unbequeme Damenbinden überflüssig werden. Das ist insbesondere im Sommer, wenn die Kleidung knapper wird, ein großer Vorteil.

Wenn man allerdings Tampons verwendet, dann sollte man dafür sorgen, dass man die vollgesaugten Wattebäusche auch rechtzeitig wieder aus dem Genitaltrakt herausnimmt. Die 20-jährige Emily Pankhurst, eine britische Studentin, hat beispielsweise nicht daran gedacht, den Tampon rechtzeitig wieder zu entfernen. Neun Tage lang verweilte er in ihrem Körper. Die Folge: Es kam zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung, die der Studentin fast das Leben gekostet hätte.

Wie kann man einen Tampon einfach so vergessen?

Blutvergiftungen treten in solchen Fällen natürlich nicht spontan und ohne Grund auf. Die Studentin fühlte sich bereits zuvor äußerst unwohl, was sie allerdings darauf geschoben hat, dass sie sich zu dieser Zeit in einer Prüfungsphase befunden hat. Sie hat nicht im Entferntesten daran gedacht, dass ihre gesundheitlichen Probleme auf einen vergessenen Tampon zurückgeführt werden könnten.

Nach neun Tagen ist ihr allerdings dann aufgefallen, dass sich der Tampon immer noch in ihrem Körper befindet. Sie hat ihn dann im Anschluss während des Duschens entfernt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits tiefschwarz gefärbt. In den folgenden Stunden veränderte sich ihr Gesundheitszustand rapide: Ihre Haut verfärbte sich und sie begann zu lallen. Letztendlich verlor die junge Frau das Bewusstsein.

Tampon vergessen: Toxisches Schocksyndrom!

Nachdem die Studentin das Bewusstsein verloren hatte, landete sie umgehend auf der Intensivstation. Die Ärzte stellten recht schnell fest, dass die junge Frau unter dem toxischen Schocksyndrom litt, welches zu einer schweren Blutvergiftung geführt hatte. Das toxische Schocksyndrom wird häufig mit TSS abgekürzt und in der Umgangssprache als „Tamponkrankheit“ bezeichnet. Das zeigt bereits, dass solche Vorfälle häufiger passieren.

Emily Pankhurst konnte zum Glück gerettet werden – sie sprang dem Tod gerade noch rechtzeitig von der Schippe. Viel länger hätte der Tampon nicht in ihrem Körper bleiben dürfen. Jedoch kämpft die Studentin aktuell noch mit den Nachwirkungen: Sie leidet immer noch unter einer Gehstörung.

Was ist das toxische Schocksyndrom?

Beim toxischen Schocksyndrom handelt es sich um ein schweres Kreislauf- und Organversagen. Das Syndrom tritt relativ selten auf (aktuell circa 1 Fall auf 200.00 Einwohner) und wird von einem Gift ausgelöst, das von Bakterien produziert wird. In den häufigsten Fällen handelt es sich dabei um das gram-positive Bakterium Staphylococcus aureus.

Die Giftstoffe, die von den Bakterien produziert werden, führen im menschlichen Organismus zu folgenden Symptomen: Fieber, Abfall des Blutdrucks, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bewusstseinstrübungen, Schädigungen der Nieren und der Leber und multiples Organversagen.

Grundsätzlich kann der Erreger durch jede eitrige Wunde in den Körper eindringen. In den meisten Fällen gelangt er jedoch durch infizierte Tampons in den Organismus. Auf diese Problematik wird auf den Verpackungen von Tampons sogar häufig hingewiesen – allerdings ignorieren die meisten Patientinnen solche Warnungen bzw. lesen diese nicht einmal.

Bei über der Hälfte aller Fälle, in denen das toxisches Syndrom in der Vergangenheit aufgetreten ist, handelt es sich um Frauen, die gerade ihre Periode hatten und einen Tampon benutzt haben, um den Blutstrom zu stoppen. Natürlich muss man den Tampon nicht zwangsläufig erst neun Tage im Körper vergessen – eine Infektion ist auch deutlich früher möglich, da beim Einführung bzw. Entfernen häufig die Scheidenschleimhaut verletzt wird.

Wie kann man eine solche Infektion verhindern?

Wenn Sie einen Tampon verwenden, um Ihre Menstruationsblutungen in den Griff zu bekommen, dann sollten Sie auf folgende Punkte genau achten:

  • Gründliche Hygiene der Hände und des Intimbereiches
  • Tampons nur im originalverpackten Zustand verwenden
  • Tampons nicht in der Hosentasche oder in der Handtasche aufbewahren
  • Die richtige Wahl des Tampons treffen (nicht zu groß, nicht zu klein)
  • Tampons nach spätestens acht Stunden auswechseln

Wenn Sie diese Tipps beachten, wird das Auftreten eines toxischen Syndroms bestmöglich verhindert. Wenn Sie noch mehr Informationen zu diesem Thema benötigen, sollten Sie gezielt Ihren Frauenarzt befragen.

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