Verhütung und Diabetes: Darauf sollten Sie unbedingt achten!

Während Verhütung für gesunde Menschen bereits kein einfaches Thema ist, haben es Diabetikerinnen bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels noch weitaus schwerer. Sie müssen nämlich in erster Linie darauf achten, dass das Verhütungsmittel den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel nicht beeinflusst. Daraus ergeben sich für Diabetikerinnen ganz andere Empfehlungen bezüglich des richtigen Verhütungsmittels als für gesunde Frauen.

Extrem wichtig ist der offene Umgang mit der Krankheit Diabetes mellitus, wenn Sie sich mit Ihrer Frauenärztin unterhalten. Die Ärztin muss wissen, worauf sie beim Verschreiben eines Verhütungsmittels achten muss. Eine gute Gynäkologin stellt natürlich von sich aus bereits die richtigen Fragen und erkundigt sich nach einer eventuell vorhandenen Stoffwechselkrankheit.

Obwohl wir keine Beratung durch Ihre Frauenärztin ersetzen können, möchten wir Ihnen im Folgenden einen groben Überblick über Verhütung bei Diabetes geben, um Ihnen einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Darauf müssen Sie bei Verhütung mit Diabetes achten

Das problematische Hormon bei Diabetikerinnen ist das sogenannte Gestagen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Gestagenkonzentration in der Antibabypille, die Sie zukünftig einnehmen möchten, möglichst gering ist. Je höher die Gestagenkonzentration ist, desto höher ist gleichzeitig auch das Risiko, dass es zu Problemen bezüglich des Diabetes kommt. Besonders gut geeignet sind an dieser Stelle die sogenannten Minipillen, die deutlich weniger Hormone enthalten als die klassischen Antibabypillen.

Bei der Wahl des Verhütungsmittels sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

  • Blutzuckerspiegel und Kohlenhydrat- & Fettstoffwechsel
    Das Verhütungsmittel sollte keinen Einfluss auf den Blutzucker- bzw. den Cholesterinspiegel haben. Leider lässt sich das bei den meisten hormonellen Verhütungsmitteln allerdings nicht verhindern. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der jeweilige Einfluss bei der Behandlung des Diabetes bedacht und miteinberechnet wird. Geschieht dies in korrekter Form, sollte es normalerweise zu keinen Problemen kommen.
  • Einfluss auf Folgeschäden von Diabetes
    Der Diabetes kann verheerende Schädigungen der Gefäße nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind hierbei die Augen und die Nieren. Manche Verhütungsmittel können diese Schädigungen verstärken. Es drohen außerdem Schlaganfall und Herzinfarkt.
  • Sind Sie ein Risikopatient?
    Die Gefahren bei Diabetes werden verstärkt, wenn Sie bereits über 35 Jahre alt sind, unter Übergewicht oder Bluthochdruck leiden, sich wenig bewegen und/oder regelmäßig Zigaretten rauchen. Risikogruppen sollten sich noch gewissenhafter überlegen, ob sie wirklich mit hormonellen Verhütungsmitteln verhüten sollten.

Verhütungsmittel für Diabetiker

In der folgenden Auflistung erfahren Sie, was Diabetiker bei welchem Verhütungsmittel bedenken sollten:

  • Kondom
    Das Kondom hat keinerlei Einfluss auf den Diabetes und eignet sich daher perfekt zur Verhütung. In einer Langzeitbeziehung stört das Kondom jedoch auf Dauer, weshalb sich die meisten Diabetikerinnen über kurz oder lang mit den Problemen arrangieren werden, die bei hormonellen Verhütungsmitteln auftreten können. Des Weiteren besteht bei Kondomen immer die Gefahr von Unfällen. Das Kondom kann beispielsweise reißen oder im Eifer des Gefechts vergessen werden.
  • Hormonelle Verhütungsmittel
    Bei hormonellen Verhütungsmitteln treten alle Probleme auf, die wir zuvor besprochen haben. Sie verstärken die Folgeschäden des Diabetes und haben einen gewissen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und den Stoffwechsel. All diese Faktoren müssen bei der Behandlung des Diabetes miteinbezogen werden, um sie bestmöglich zu neutralisieren.
  • Langzeitverhütungsmittel
    Langzeitverhütungsmittel sind zwar ebenfalls hormonelle Verhütungsmittel, jedoch sollte man hier noch speziell beachten, dass die enthaltenen Hormone die Blutzuckerwerte aufgrund ihrer hohen Dosis besonders verschlechtern können. Ein Beispiel für ein solches Langzeitverhütungsmittel ist die Dreimonatsspritze.

Darauf müssen Sie während einer Schwangerschaft achten

Der Diabetes wirkt sich nicht nur auf die Zeit der Verhütung vor der Schwangerschaft aus, sondern auch auf die Schwangerschaft selbst – sollte diese denn eintreten.

Bei Diabetikerinnen ist es nämlich besonders wichtig, auf einen korrekt eingestellten Blutzuckerspiegel zu achten. Ansonsten besteht das Risiko, dass es zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind kommt.

Wichtig: Rat von Frauenärztin einholen!

Auch wenn wir uns bei diesem Artikel viel Mühe gegeben und ihn nach bestem Wissen und Gewissen verfasst haben, können wir kein Beratungsgespräch bei Ihrer Frauenärztin ersetzen. Dieser Artikel dient lediglich als erste Informationsquelle.

Des Weiteren ist es von elementarer Wichtigkeit, den Diabetes während der Verhütung mit hormonellen Verhütungsmitteln zu überwachen. Das ist insbesondere zu Beginn wichtig, sollte jedoch auch später nicht vernachlässigt werden.

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