Welche Antibabypillen gibt es?

Seit die Antibabypille in den 1960er Jahren eingeführt wurde, hat sie zunehmend an Beliebtheit gewonnen. Mittlerweile zählt die sogenannte „Pille“ zu den am häufigsten eingesetzten Verhütungsmitteln weltweit. Das ist auch nicht verwunderlich, zumal sie zu den sichersten und einfachsten Methoden zur Schwangerschaftsverhütung zählt.

Heutzutage stehen Frauen eine Vielzahl an unterschiedlichen Pillen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wirkstoffe, Dosierung, Zusammensetzung, Einnahme, Wirkung und möglicher Nebenwirkungen. Da jeder Organismus insgesamt anders ist, eignet sich auch für jede Frau eine jeweils andere Pille besser oder schlechter.

Grundsätzlich werden Antibabypillen in Kombinationspillen und Minipillen unterschieden. Die Kombinationspräparate werden ferner in Mikropillen, Einphasenpräparate und Mehrphasenpillen unterteilt.

Oft wird bei den Antibabypillen auch von den sogenannten Generationen gesprochen. Dies ist auf den Zeitpunkt bezogen, zu dem der in der Pille enthaltener Wirkstoff auf den Markt gekommen ist.

Welche Pille ist am besten für mich geeignet?

Welche Pille zu Ihnen passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Gynäkologe kann anhand der Anamnese (Befragung) und Untersuchungen einschätzen, welche Pille sich am besten für Sie eignet.

Jede Frau reagiert nämlich unterschiedlich auf die Hormone und besitzt auch eine andere Krankheitsgeschichte.

Allgemein empfiehlt es sich jedoch, mit einer niedrig dosierten Antibabypille zu beginnen, wenn Sie zuvor noch nicht hormonell verhütet haben. Am besten eignet sich ein sogenanntes Einphasenpräparat, bei dem jede Pille die gleiche Wirkstoffzusammensetzung besitzt. Je nach Verträglichkeit kann anschließend eine andere Pille ausgewählt werden.

Jede Pillenart bietet einerseits bestimmte Vorteile, kann jedoch andererseits auch verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen. So können sich einige Antibabypillen zum Beispiel positiv auf Akne, übermäßigen Haarwuchs (Hirsutismus) oder aber auf Menstruationsbeschwerden auswirken.

Andererseits eignet sich nicht jede Pille für jede Frau. So sollten etwa Frauen, die ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen, auf Pillen der dritten und vierten Generation verzichten. Stillende Mütter sollten hingegen auf ein rein gestagenhaltiges Präparat (Minipille) zurückgreifen.

Daher ist es wichtig, dass Sie beim Beratungsgespräch genaue Angaben machen. So sollten Sie unter anderem alle Erkrankungen, an denen Sie leiden oder zuvor gelitten haben, sowie die Medikamente, die Sie einnehmen, aufzählen. Aber auch die familiäre Krankheitsgeschichte oder derzeitige Umstände wie das Stillen sind für die Auswahl essenziell.

Die verschiedenen Arten der Pillen – Übersicht:

Antibabypillen werden in erster Linie anhand der enthaltenen Wirkstoffe, also Hormone, wie folgt unterteilt:

Kombinationspillen bzw. Mikropillen: Sie enthalten sowohl ein Östrogen als auch ein Gestagen. Diese Pillen zählen zu den sichersten und gängigsten Verhütungsmethoden. Kombinationspillen, die ein gering dosiertes Östrogen enthalten, werden als Mikropillen bezeichnet. Da heutzutage so gut wie alle Kombinationspillen niedrig dosiert sind, werden die zwei Begriffe oft als Synonyme benutzt.

Minipillen: Sie enthalten lediglich ein Gestagen und werden vor allem dann verschrieben, wenn aus gesundheitlichen Gründen auf Östrogene verzichtet werden sollte (z. B. bei einer Östrogenunverträglichkeit oder während der Stillzeit).

Mikropillen bzw. Kombinationspräparate werden aber auch in Einphasen- und Mehrphasenpillen unterteilt:

Einphasenpillen: Hierbei sind alle Tabletten einer Pillenpackung gleich dosiert. Jede Tablette enthält also die gleiche Menge und Zusammensetzung von Hormonen. Dies erleichtert die Einnahme, da es egal ist, was für eine Tablette vom Blisterstreifen an welchem Tag eingenommen wird. Hierbei ist aber auch das Zeitfenster größer, in dem die Einnahme erfolgen kann, ohne dass der Verhütungsschutz eingeschränkt wird.

Zweiphasenpillen oder Mehrphasenpillen: Pillen mit zwei oder mehr Phasen enthalten unterschiedlich dosierte Tabletten. So wird der weibliche Zyklus naturgetreuer imitiert. Allerdings ist dadurch auch die Einnahme ein wenig komplizierter, sodass es auch leichter zu Einnahmefehlern kommen kann.

Kombinationspille & Mikropille – Gestagen & Östrogen

Kombinationspillen sind, wie bereits erwähnt, aus einem Gestagen und einem Östrogen zusammengesetzt. Enthält eine kombinierte Antibabypille pro Dragee 50 μg (Mikrogramm) Östrogen oder weniger, so spricht man von einer Mikropille.

Heutzutage ist eine Östrogendosis von 20 oder 30 μg üblich, daher sind fasst alle Antibabypillen mittlerweile so genannte Mikropillen.

Aufgrund des niedrigen Gehalts an Östrogenen ist auch die Verträglichkeit dieser Pillen mit der Zeit deutlich gestiegen.

Kombinierte Antibabypillen bieten einen sehr sicheren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und werden daher auch am häufigsten verschrieben. Das Zusammenspiel von Östrogenen und Gestagenen gewährleistet nämlich einen mehrfachen Verhütungsschutz.

Einerseits unterdrückt das enthaltene Gestagen die Reifung vom Ei, was auch einen regelmäßigen weiblichen Zyklus begünstigt. Andererseits verhindert das Gestagen die sogenannte Ovulation, also den Eisprung. Darüber hinaus wird durch das Gestagen auch die Konsistenz vom Schleim des Gebärmutterhalses (Zervixschleim) verändert, was wiederum die Spermien vor einem Eindringen abhält.

Kommt es dennoch zu einer Befruchtung der Eizelle, ist eine Schwangerschaft trotzdem so gut wie ausgeschlossen. Bei Kombinationspillen wird nämlich auch die Schleimhaut von der Gebärmutter verändert, sodass sich ein womöglich befruchtetes Ei erst gar nicht einnisten kann.

Kombinationspillen bzw. Mikropillen werden ferner anhand ihrer Phasen unterteilt. Während bei Einphasenpräparaten alle Pillen die gleiche Menge und Zusammensetzung von Wirkstoffen enthalten, verändert sich die Hormonmenge pro Dragee bei den Zwei- oder Mehrphasenpräparaten.

Einphasenpillen, Zweiphasenpillen und Mehrphasenpräparate

Kombinationspillen können eine, zwei, drei oder auch mehr Phasen haben. Ist eine Antibabypille nur einphasig, enthält jede Tablette die gleiche Wirkstoffzusammensetzung. Bei Pillen mit zwei oder mehr Phasen sind in einem Blisterstreifen Tabletten mit eine jeweils unterschiedlichen Hormondosis enthalten. Jede dieser Mikropillen bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Einphasenpillen bzw. Monophasische Mikropillen

Bei Einphasenpillen, welche auch als monophasische Kombinationspräparate bezeichnet werden, enthält jede Pille die gleiche Wirkstoffzusammensetzung.

Das bedeutet, dass der Hormonspiegel bei der Einnahme kontinuierlich gleich bleibt.

microgynon einphasenpille

Die Microgynon ist eine Einphasenpille

Einphasenpräparate können zum Beispiel bei Zyklusstörungen sinnvoll sein. Hierzu zählen unter anderem sehr starke oder unregelmäßige Blutungen.

Ein weiterer Vorteil der Einphasenpillen ist die einfache Einnahme. Einerseits ist hierbei nämlich das Risiko von Einnahmefehler geringer, da jede Pille die gleiche Zusammensetzung von Hormonen vorweist. Es ist also egal, welche Tablette eines Blisterstreifens an welchem Tag eingenommen wird.

Andererseits sind diese Pillen aber auch flexibler, was das Vergessen einer Tablette angeht. Bei Einphasenpräparaten ist also auch das Zeitfenster größer, indem eine womöglich vergessene Pille nachträglich eingenommen werden kann, ohne dass der Verhütungsschutz beeinträchtigt wird.

Vorteile der Einphasenpillen:

  • Einfache Einnahme
  • Gleichbleibender Hormonspiegel
  • Großes Zeitfenster beim vergessen einer Pille

Verfügbare Einphasenpillen:

Nicht verfügbare Einphasenpillen: Aida | Aristelle | Belara | Bellissima | BonaDea | Brevinor | BiNovum | Ceida | Cilest | Chariva | Conceplan M | Damara | Dienovel | Enriqa | Eve 20 |  Evaluna | Georgette | Kleodina |  Leios | Leona | Lilia | Loestrin |  Femovan | Femikadin | Madinette | Maitalon | Marvelon | Mayra | Maxim | Milvane | Minette | Minisiston | Miranova | Mona Hexal | Monostep | Neo-Eunim | Nova Step | Petibelle | Sibilla | Solera | Trigoa | Trisiston | Valette | Velafee | Yara | Yasminelle |

Zweiphasenpillen, Dreiphasenpräparaten und Mehrphasenpräparate

Kombinationspillen mit mehr als einer Phase imitieren den weiblichen Zyklus naturgetreuer als die Einphasenpillen. Hierbei verändert sich nämlich die Hormondosis während des Zyklus bzw. je nach Einnahmewoche. Wie auch beim natürlichen Zyklus wird bei der Einnahme also je nach Zeitpunkt eine andere Menge an Hormonen ausgeschüttet. Das verringert unter anderem die hormonelle Belastung für den Organismus. Je mehr Phasen eine Pille hat, desto genauer ahmt sie den natürlichen, weiblichen Zyklus nach.

So enthalten beispielsweise die ersten sieben Tabletten von 2-Phasen-Pillen ausschließlich ein Östrogen. Die restlichen 14 Pillen sind hingegen aus einer Kombination eines Östrogens und eines Gestagens zusammengesetzt. Die 3-Phasen-Pillen beginnen dahingegen mit einer Kombination aus Gestagen und Östrogen, die sich in der zweiten Phase erhöht. In der dritten Phase wird dann die Dosis des Östrogens wieder verringert.

Allerdings kann der Empfängnisschutz bei Mehrphasenpräparaten aber auch leichter beeinträchtigt werden, wenn die Einnahme nicht genau nach den Angaben erfolgt. Daher eignen sich Zwei-, Drei- und Vierphasenpillen eher für erfahrene Anwenderinnen bzw. für Frauen, die kein Problem damit haben, die Tabletten jeden Tag exakt nach Angaben einzunehmen.

Meistens enthält ein Blisterstreifen von Zweiphasenpillen, Dreiphasenpräparaten oder Vierphasenpillen Tabletten mit unterschiedlichen Farben. Die verschiedenen Farben kennzeichnen die unterschiedlichen Hormonmengen der jeweiligen Pille.

Vorteile von Mehrphasenpillen:

  • Simuliert den natürlichen Zyklus
  • Geringere hormonelle Belastung

Verfügbare Mehrphasenpillen:

  • Im moment keine verfügbar.

Nicht verfügbare Mehrphasenpillen: Biviol | Daylette | Novial | TriNovum | Trigoa | Triquilar | Yaz

Die Minipille – Enthält nur ein Gestagen

Die sogenannte Minipille ist eine Verhütungspille, welche nur ein Gestagen enthält. Im Gegensatz zur klassischen Antibabypille kommt diese Art also ohne ein Östrogen aus. Auch Hormonimplantate, Spiralen oder Hormonspritzen gehören zu den rein gestagenhaltigen Präparaten.

Die Cerazette ist eine Minipille

Die Cerazette ist eine Minipille

Minipillen werden in den meisten Fällen dann verschrieben, wenn eine Frau aus medizinischen Gründen kein Östrogen einnehmen darf. Das ist zum Beispiel bei einem erhöhten Thromboserisiko oder aber bei einer Östrogenunverträglichkeit der Fall. Diese Art der Pille ist außerdem die einzige hormonelle Verhütungsmethode, die auch während der Stillzeit angewendet werden kann. Daher werden Minipillen auch häufig als Still-Pille bezeichnet.

Es gibt verschiedene Gestagene, die als Wirkstoff in den Minipillen zum Einsatz kommen. Die Wirkung beruht vor allem auf eine Konsistenzveränderung vom Zervixsekret (Schleim des Gebärmutterhalses) und der Gebärmutterschleimhaut. Die Verdickung vom Sekret des Gebärmutterhalses erschwert es den Spermien einerseits, in die Gebärmutter einzudringen. Die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut verhindern außerdem, dass sich ein womöglich doch befruchtetes Ei einnisten kann.

Bei neueren Minipillen, die modernere Gestagene enthalten, wird zusätzlich auch noch die Ovulation (Eisprung) verhindert. Diese Minipillen sind also umso sicherer.

Minipillen werden normalerweise durchgenommen. Das bedeutet, dass keine Einnahmepause eingelegt wird und somit auch die monatliche Blutung ausbleibt.

Hierbei ist es jedoch, im Vergleich zu den Kombinationspräparaten bzw. Mikropillen, wichtiger, die Tabletten immer zur gleichen Uhrzeit einzunehmen. Die meisten Minipillen haben ein Einnahmefenster von nur drei Stunden.

Wird die Antibabypille in unregelmäßigeren Abständen eingenommen, kann auch kein sicherer Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft mehr gewährleistet werden.

Vorteile von Minipillen:

  • Enthält kein Östrogen
  • Für stillende Frauen geeignet
  • Für Raucherinnen geeignet
  • Geringe Nebenwirkungen

Nachteile von Minipillen:

  • Muss zeitlich genau eingenommen werden
  • Mögliche Zyklusunregelmäßigen
  • Veränderung der Libido möglich

Verfügbare Minipillen: 

Nicht verfügbare Minipillen: 28 Mini | Damara | Desirett | Desogestrel | Evakadin | Feonolla | Jubrele | Yvette

Die Generationen der Antibabypillen

Wie bereits erwähnt, werden Antibabypillen in verschiedene Generationen unterteilt. Die Generationen beziehen sich darauf, zu welchem Zeitpunkt das jeweils enthaltene Hormonderivat (synthetisch hergestelltes Hormon) hergestellt wurde.

Pillen der ersten Generation

Die erste Pille, die im Jahr 1961 in Deutschland auf den Markt kam, enthielt ein hoch dosiertes Östrogen und das Gestagen Norethisteron.

Zwar sind alle Pillen mittlerweile niedriger dosiert, dennoch kommt Norethisteron auch heute noch zum Einsatz.

In diesem Fall spricht man von Antibabypillen der ersten Generation.

Antibabypillen der zweiten Generation

Später wurden Antibabypillen entwickelt, die ein deutlich niedrigeren Östrogengehalt aufwiesen und mit dem Gestagen Levonorgestrel verbunden wurden.

Antibabypillen mit Levonorgestrel zählen daher zu den Pillen der zweiten Generation.

Pillen der dritten und vierten Generation

Antibabypillen der dritten und vierten Generation enthalten folglich noch neuere Gestagene. Hierzu zählen beispielsweise Pillen mit Desogestrel und Gestoden (dritte Generation) oder aber solche mit Drospirenon (vierte Generation). Diese Gestagene sind zwar moderner, jedoch nicht unbedingt besser als die alten.

Antibabypillen der dritten und vierten Generation weisen nämlich im Vergleich zu den älteren Pillen ein erhöhtes Thromboserisiko auf.

Allerdings weisen diese Pillen oft positive Wirkungen auf und können daher zur Behandlung von Problemen wie Akne, Hirsutismus oder Haarausfall eingesetzt werden.

Links & Quellen:

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